Hoher Besuch aus Südafrika

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa stattet Ende Oktober 2025 der Schweiz einen zweitägigen Staatsbesuch ab. fedpol begleitet den Präsidenten von der Landung in Zürich bis zum Abflug: Operation RAINBOW.

Die Sonne blinzelt über die Bergspitzen der Berner Alpen, als der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa am frühen Morgen des 29. Oktobers 2025 vom Hotel Bellevue abgeholt wird. Mit dabei ist Bruno, der für fedpol die Koordination der Sicherheit zwischen allen Partnern verantwortet und das Sicherheitsdispositiv minutiös vorbereitet hat.

Der zweitägige Staatsbesuch hält für den Kommissär von fedpol keine Überraschungen bereit. Das Programm trägt er fein säuberlich zusammengefaltet immer bei sich, doch er kennt es in- und auswendig. Die erste Vorbereitungssitzung fand bereits Ende August statt; weitere folgen. Eine Woche vor dem Besuch trifft sich Bruno mit allen Partnern der beiden Länder, um die Agenda und alle operativen Details zu besprechen. Nichts wird dem Zufall überlassen. Gemeinsam mit den südafrikanischen Partnern rekognosziert er alle Orte, die Cyril Ramaphosa besuchen wird. Einbindung sowie offene und klare Kommunikation sind ebenso wichtig wie die Gefährdungsanalyse – das weiss der Kommissär. Zu einem reibungslosen Einsatz gehört auch diplomatisches Geschick. Die Kolleginnen und Kollegen der Kantonspolizeien Bern, Zürich, St. Gallen und Thurgau sind für fedpol in der Operation RAINBOW besonders wichtig: Sie sind für die Umsetzung der Sicherheitsmassnahmen verantwortlich. Aber auch die Militärpolizei, die Luftwaffe und die SBB-Transportpolizei sind eingebunden.

Auf Schritt und Tritt dabei

Bruno begleitet die Delegation auf Schritt und Tritt und weiss, worauf er achten muss. Besonders wachsam ist der Kommissär, als der südafrikanische Präsident kurz nach 15 Uhr in einem gepanzerten Wagen des Bundes auf dem Bundesplatz in Bern vorgefahren wird. Das ist die kritischste Etappe des Besuchs: Der ganze Platz ist abgesperrt, am Rande hat sich eine kleine Menschenmenge versammelt. Ein paar Personen haben südafrikanische Fähnchen dabei und möchten Ramaphosa die Hand schütteln. Es bleibt ruhig.

Der Bundesplatz wurde für den Empfang vorbereitet und zeigt sich von seiner schönsten Seite: Der rote Teppich ist ausgerollt, die südafrikanischen und Schweizer Fahnen wehen im Wind, und die Militärfanfare steht bereit. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter empfängt Ramaphosa und stellt ihn ihren Kolleginnen und Kollegen des Bundesrats vor. Es folgen militärische Ehren und die Nationalhymnen beider Länder. Die Stimmung bleibt festlich und friedlich.

Sie besuchen das Parlamentsgebäude wie auch den Bernerhof, wo die Bundespräsidentin und der südafrikanische Präsident eine Absichtserklärung unterschreiben, um die Beziehung der beiden Länder zu vertiefen. Ob in der Wandelhalle oder im Sitzungszimmer: Das Sicherheitspersonal von fedpol – teilweise bewaffnet – beobachtet mit wachsamen Augen, ob alles nach Plan verläuft. Für den Notfall wäre es gewappnet, doch dazu kommt es glücklicherweise nicht.

Am nächsten Tag reist die Delegation in die Ostschweiz, die Heimat von Bundespräsidentin Keller-Sutter. Von dort aus geht es abends direkt zum Flughafen Zürich; die südafrikanische Delegation steigt ins Flugzeug nach Johannesburg und Bruno ins Auto, zurück nach Bern. Die Anspannung fällt langsam ab: Die Operation RAINBOW kann erfolgreich abgeschlossen werden.

«Es ist unerlässlich, mit all unseren Partnern und insbesondere unseren ausländischen Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu treten, um operative Details zu besprechen. Es geht zum Beispiel ganz konkret darum, zu definieren, wie der Autokonvoi zusammengestellt ist und wo die Sicherheitsbeamten sitzen.»

Bruno, Kommissär der Abteilung Sicherheit Personen und Objekte

Zunahme von Sicherheitsmassnahmen als Folge der globalen politischen Konflikte