Eine biometrische Identitätskarte in der Pipeline
Tock, tock, bumm, zip zip zip: Die Maschinen laufen auf Hochtouren an den Produktionsstandorten für Schweizer Ausweise. Wenige Monate vor der Einführung der biometrischen Schweizer Identitätskarte nehmen die Vorbereitungsarbeiten an Fahrt auf.
In den Produktionsstätten summt und brummt es: Die Identitätskarte saust von Station zu Station wie eine Modelleisenbahn auf gutgeölten Schienen. Kontrollleuchten blinken, mechanische Arme schalten sich ein, und die Spezialistinnen und Spezialisten prüfen jedes noch so kleine Detail. Wir befinden uns an einem der Produktionsstandorte, wo die Vorbereitungen für die neue Schweizer Identitätskarte in vollem Gang sind. Heute trifft Projektleiterin Olivia die Kolleginnen und Kollegen des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) zu einer Follow-up-Sitzung. Das Ziel: alles dingfest machen vor der geplanten Einführung der künftigen biometrischen Schweizer Identitätskarte am 2. November 2026.
Eine biometrische Identitätskarte – was ist das?
Wie der Schweizer Reisepass, der bereits seit einigen Jahren im Einband integriert einen elektronischen Chip enthält, wird die neue Identitätskarte einen nicht sichtbaren Chip enthalten. Dieser wird zwischen den verschiedenen laminierten Schichten der Karte eingebettet sein. Karten mit Chip unterscheiden sich von Karten ohne Chip zum einen durch die CAN, die Card Access Number, die einen sicheren Zugriff auf das Foto und die persönlichen Daten ermöglicht, und zum anderen durch das internationale Chip-Inside-Symbol, an dem zu erkennen ist, dass das Dokument einen Chip enthält.
Wahl zwischen zwei Optionen
Die Einführung der neuen biometrischen Identitätskarte ist am 2. November 2026 geplant. Diese wird einen Chip enthalten, auf dem zwei Fingerabdrücke und das Foto der Inhaberin oder des Inhabers des Dokuments gespeichert sind – gleich wie beim aktuellen Reisepass. Parallel zur neuen Karte wird weiterhin auch eine Identitätskarte ohne Chip erhältlich sein, für alle, die einen nicht biometrischen Ausweis bevorzugen. Sämtliche Details zu den beiden Optionen werden in diesem Video erläutert.
Präzision als treibende Kraft im Prozess
Die Herstellung eines Identitätsdokuments setzt eine sorgfältige Vorbereitung und Koordination im Vorfeld voraus, damit am Tag X alles bereit ist. Die Projektleiterin stimmt die Einzelheiten mit den Produktionsstätten ab und tauscht sich mit den Juristinnen und Juristen aus, damit die gesetzlichen Grundlagen der technischen Realität entsprechen. Sie koordiniert die Vorbereitungsarbeiten im Hinblick auf die Einführung auch mit den zuständigen Ausstellungsbehörden in den Kantonen und den Schweizer Vertretungen im Ausland. Alles muss auf den Millimeter genau passen, damit die Ausstellung von Identitätskarten für die Bürgerinnen und Bürger vom ersten Tag an wie am Schnürchen läuft.
Schweizer Know-how
Im Produktionszentrum, in dem nebst den Schweizer Identitätskarten auch die Pässe hergestellt werden, zeigt eine Fachexpertin Olivia einen Fehler, der kaum auffällt: Die Maschine hat beim Sicherheitsfaden im Pass den letzten Stich nicht genäht. Von blossem Auge ist der Unterschied fast nicht erkennbar. Dem geschulten Blick der Expertin, die die Qualität in jeder Etappe prüft, entgeht er jedoch nicht. Dies ist nicht nur eine nette Anekdote, denn je präziser die Herstellung, desto schwieriger die Fälschung. Eine penible Kontrolle erhöht unmittelbar die Sicherheit der Ausweise. Und folglich auch jene der Dokumentinhaberinnen und ‑inhaber.
Biometrische Identitätskarte versus E-ID
Bei diesen beiden Produkten handelt es sich um verschiedene und voneinander unabhängige Lösungen, die aber manchmal verwechselt werden. Die biometrische Identitätskarte ist ein physisches Dokument. Sie dient der Identifikation im Alltag und ermöglicht zudem Reisen im Schengen-Raum.
Die E-ID ist eine kostenlose Ergänzung zur physischen Identitätskarte und soll wie die biometrische Identitätskarte Ende 2026 eingeführt werden. Es handelt sich um eine elektronische Identität, mit der man sich in der digitalen Welt ausweisen kann. Sie wird über die AppSwiyu Wallet auf dem Mobiltelefon verfügbar sein. Die E-ID ist kein Reisedokument. Auf der Website zur E-ID sind viele weitere nützliche Informationen zu diesem Projekt des Bundesamts für Justiz (BJ) zu finden. fedpol ist am Projekt beteiligt: als Ausstellerin der künftigen E-ID. Auch bei diesem Vorhaben sind die Vorbereitungsarbeiten auf Kurs.
«Die Sicherheit der neuen Identitätskarte mit Chip und der verantwortungsvolle Umgang mit den darin enthaltenden Daten stehen für mein Team und mich an oberster Stelle. Die sensiblen Informationen sind geschützt und ausschliesslich für klar definierte, gesetzlich geregelte Zwecke zugänglich. So schaffen wir einen vertrauenswürdigen Ausweis.»
Olivia, Projektleiterin Biometrische Identitätskarte