Auf die Mission konzentriert, trotz emotionaler Momente

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider und Bundesrat Beat Jans weilten im November 2025 beide, aber unabhängig voneinander zu einem offiziellen Besuch in Ägypten. fedpol stellte den Nahschutz sicher – unter manchmal belastenden Bedingungen.

Kairo, Ägyptens weitläufige Hauptstadt, ist mindestens so berühmt für die Pyramiden von Gizeh wie für ihre Monsterstaus. Eine Kommissärin und ein Kommissar des Bundessicherheitsdienstes (BSD) durften im November 2025 in den manchmal chaotischen Alltag eintauchen, als sie zwei offizielle Besuche in Ägypten begleiteten.

Für Vanessa und Cédric fällt der Startschuss vor Ort schon einige Tage vor der Ankunft von Elisabeth Baume-Schneider, die am 1. und 2. November in Kairo weilt. Die beiden führen auch Erkundungen im Hinblick auf den geplanten Besuch von Beat Jans im gleichen Land zwei Wochen später durch.

Zwei Besuche von Magistratspersonen im selben Land innerhalb weniger Wochen – das ist schon eher ungewöhnlich. Für die beiden Nahschutzspezialisten hat es auch einen Vorteil: Sie können ihr Erkundungsprogramm verdichten. Während der Erkundungen stellen die beiden namentlich den Kontakt zur Schweizer Botschaft vor Ort und zu den lokalen Behörden her und inspizieren die Orte, an die sich die beiden Bundesratsmitglieder begeben werden.

Respekt vor der Aufgabe

Cédric, für den es die erste Auslandsreise in dieser Funktion ist, hält nicht zurück, dass er anfänglich einen gewissen Respekt vor der Aufgabe hatte. «Man kennt ein Land vielleicht schon von Badeferien her, hat aber keine Ahnung von der Sicherheitslage vor Ort. Wir hatten viele Fragezeichen, wie die Beziehungen mit unseren Partnern funktionieren würden», erklärt er.

«Man kennt ein Land vielleicht schon von Badeferien her, hat aber keine Ahnung von der Sicherheitslage vor Ort. Wir hatten viele Fragezeichen, wie die Beziehungen mit unseren Partnern funktionieren würden.»

Cédric, Kommissär

Begeben sich Schweizer Magistratspersonen auf Auslandsreise, ist fedpol für ihre Sicherheit verantwortlich. Es ist aber das Gastland, das die Schutzmassnahmen umsetzt. «Auf der Grundlage unserer Analyse beantragen wir den lokalen Behörden ein Sicherheitsdispositiv. Doch die letztendlich umgesetzten Massnahmen sind für uns manchmal mit Überraschungen verbunden. Dann müssen wir verhandeln, bis wir uns einig sind», erklärt Vanessa.

Die Tücken des Verkehrs

Im Falle der beiden Besuche in Ägypten werden die Bedenken von Vanessa und Cédric rasch weggewischt sein. Die ersten Kontakte mit der Schweizer Botschaft verlaufen positiv, ebenso die Absprache mit den ägyptischen Behörden. Der Verkehr allerdings wird seinem Ruf – wenig überraschend – alle Ehre machen und dafür sorgen, dass die Programme der beiden Bundesräte mehrmals nachjustiert werden müssen. Elisabeth Baume-Schneider wird während ihres zweitägigen Besuchs in Ägypten zunächst eine archäologische Fundstelle in Kairo besuchen. Danach wird sie der Eröffnung des Grand Egyptian Museum beiwohnen, bevor sie zu einem Austausch mit Schweizer Archäologinnen und Archäologen nach Luxor weiterreisen wird.

Prägende Momente

Das offizielle Programm von Beat Jans in Kairo startet zwei Wochen später. Der erste Programmpunkt ist ein Treffen mit dem Aussenminister. Es folgen unter anderem mehrere Besuche an Aufnahmeorten für Flüchtlinge, insbesondere solchen aus den Konfliktgebieten in Sudan und Gaza. Trotz der bis ins kleinste Detail geplanten Mission räumen Vanessa und Cédric ein, dass es einige besonders prägende Momente gab. «Diese Besuche waren zum Teil emotionaler, als wir es antizipiert hatten, insbesondere als wir Beat Jans ins UNO-Registrierungszentrum für Flüchtlinge in Kairo begleiteten», verrät Cédric. Nichtsdestotrotz blieben sie beide «stets voll auf die Mission konzentriert», wie Vanessa anfügt.

Die Arbeitstage, welche die beiden zu bewältigen hatten, waren lang und konnten auch mal bis zu zwanzig Stunden dauern. «Parallel zu den Besuchen führten wir Erkundungen durch, und manchmal mussten wir dann noch mit den lokalen Behörden verhandeln», erzählt Vanessa. Gleichwohl erklären beide unisono: Die nächste solche Mission kann kommen.

Zunahme von Sicherheitsmassnahmen als Folge der globalen politischen Konflikte